Mittwoch, 15. Februar 2012

Die Vereinigten Arabischen Emirate

Nach etwas mehr als 10 Stunden Flug (das Entertainment-Programm der Emirates ist wirklich genial, wenn man, so wie wir, im Flugzeug nicht schlafen kann) landen wir kurz nach 5 Uhr am Morgen in Dubai. Übernächtigt, aber froh die langen Stunden im Sitzen hinter uns zu haben, lassen wir uns durch die Passkontrolle und die Gepäckausgabe schleusen. Es ist immer wieder ein beruhigendes Gefühl, wenn man seine Koffer aufs Gepäckband plumpsen sieht.

Meine Tante hat es sich nicht nehmen lassen, uns trotz der frühen Uhrzeit am Flughafen abzuholen. Da wir etwas früher als geplant gelandet sind, hätten wir uns beinahe verpasst. Aber zum Glück nur beinahe ;-) Mit einem Taxi (definitiv das Verkehrsmittel Nummer 1 in Dubai!) fahren wir in unser Hotel direkt neben den Mall of the Emirates, dort gibt es dann auch ein freudiges Wiedersehen mit Stephan's Mutter. Nach einer erfrischenden Dusche und einem leckeren Frühstück fühlen wir uns schon wieder etwas munterer, so dass wir uns alle gemeinsam auf den Weg machen, um Dubai zu erkunden. Da wir keine speziellen Pläne haben, entscheiden wir uns für eine Tageskarte (von den Preisen können wir hier nur träumen!) der Dubai Metro. Da es sich um eine Monorail-Bahn handelt, haben wir einen wunderbaren Ausblick auf diese faszinierende Stadt mit den 12-spurigen Strassen mitten durch die Stadt und die Wolkenkratzer. Wir finden keine Worte, um all die Eindrücke beschreiben zu können. Alleine die verschiedenen Malls übersteigen alle Vorstellungen, die man sich von einem riesigen Shopping-Center auch nur machen kann. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus und werden am folgenden Tag während der beiden Big Bus Touren auch noch weiter staunen! Nach einem frühen Abendessen schlafen wir noch während dem Abliegen ein ;-)
Skipisten in der Mall of the Emirates

Traditionelle Dhows für Warentransporte
Jumeirah Beach
Hotel Atlantis
Das Einschiffen auf die Brilliance of the Seas erfolgt reibungslos und sehr schnell. Bereits um 11 Uhr sind wir auf dem Schiff und können es in aller Ruhe erkunden bevor wir uns am Willkommens-Buffet stärken. Royal Carribean überzeugt uns auch dieses Mal wieder: das Essen ist hervorragend, das Schiff in hervorragendem Zustand (obwohl es schon 10-jährig ist) und die Crew freundlich und hilfsbereit. Es klappt auch mit dem gewünschten Vierer-Tisch; und erst noch in einem ruhigen Eckchen. Kurz gesagt: Wir freuen uns schon auf unsere nächste Kreuzfahrt ;-) Auch mit dem Wetter haben wir Glück: wir geniessen die meiste Zeit bei sonnigen rund 25 Grad und das Meer ist sehr ruhig.




Als erstes legen wir in Fujairah an und machen einen Halbtagesausflug. Da es über 400 deutschsprachige Gäste an Bord hat, wird dieser auch in deutsch durchgeführt. Wir besichtigen die Fujairah-Festung, einen Markt (Souk) und diverse weitere historische Gebäude, darunter die ältestes Moschee des Landes. Die Gegend ist im Gegensatz zu Dubai sehr gebirgig und überall findet man Oasen.
Fujairah-Festung
Oase in Fujairah

Am Abend heisst es Leinen los Richtung Muscat, der Hauptstadt des Sultanats Oman. Hier bleiben wir auch über Nacht im Hafen, so dass man die Gegend in Ruhe erkunden kann. Am ersten Tag machen wir wieder einen deutschsprachigen Halbtagesausflug zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Ich beschränke mich auf eine und zwar die 2001 eröffnete Grosse Moschee. Sie ist die grösste Moschee Muscats und bietet Platz für 20'000 Gläubige. In der zentralen Halle hängt einer der riesigsten Kronleuchter der Erde: Er ist 14 Meter hoch, wiegt acht Tonnen und hat 1'122 Glühlampen und Unmengen von Swarovski-Steinen. Der Teppich wiegt 21 Tonnen, der grösste der Welt. Auch alle übrigen Materialien sind nur vom Feinsten und das ganze blitzt vor Sauberkeit. Wir können uns beinahe nicht satt sehen. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Shuttle-Bus in die Stadt und spazieren der Uferpromenade entlang, von wo aus wir wie in einem Aquarium unzählige Fische und sogar eine Schildkröte beobachten können.



Uferpromenade von Muscat (Corniche)
Nach einem Seetag treffen wir in Abu Dhabi ein. Auch hier steht wieder ein Ausflug auf dem Programm. Da wir uns in einem Land der Superlative befinden, findet man in der riesigen Sheikh-Zayed-bin-Sultan-Al-Nahyan-Moschee einen noch grösseren Leuchter, welcher unglaubliche 9,5 Tonnen wiegt. Auch diese Moschee ist gigantisch und auch hier wagt niemand eine Summe zu nennen, was der Bau gekostet haben könnte. Anschliessend besuchen wir noch die Heritage Village und können während der Fahrt die überwältigenden Bauten und unzähligen Grossbaustellen bewundern. Wie in Dubai wird auch in Abu Dhabi sehr viel Land durch Aufschüttungen im Meer gewonnen. Und wo beispielsweise früher ein Hotel direkt am Strand stand, liegt nun zwischen diesem Hotel und Strand ein Parkplatz, eine 4-spurige Strasse sowie eine Uferpromenade.
Sonnenaufgang über der Hafeneinfahrt von Abu Dhabi





Die Zeit verfliegt auch hier viel zu rasch und schon sind wir zurück in Dubai, wo wir noch einen Tag an Bord bleiben können bevor wir dann am Montag frühmorgens den Rückflug in die kalte Schweiz antreten müssen. Dies war wirklich ein gelungener Abschluss und wir sind davon überzeugt, dass dies nicht unser letzter Besuch im faszinierenden Dubai war.

*** THE END *** (schluchz)


Die letzten Tage

Wir versuchen die letzten Tage so gut wie möglich zu geniessen. Irgendwie gar nicht einfach, denn bei allem, was wir machen scheint ein kleiner Countdown mitzulaufen und viele Sachen haben nun das Prädikat "letztes". Und da wir übers Wetter nicht mehr zu jammern wagen (ich beschränke es auf ein Wort: Hitzewelle), verbringen wir die Zeit wehmütig seufzend ;-)

Doch alles der Reihe nach, noch ist es nicht so weit... Unser nächster Halt heisst Bunbury. Der Caravan Park liegt am Koombana Beach in der Nähe des Dolphin Discovery Centers und rund einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Dieser Ort wird uns in ganz besonderer Erinnerung bleiben (neben vielen anderen)! In der Koombana Bay tummeln sich rund 100 Delfine, einzelne von ihnen besuchen immer wieder den Strandabschnitt direkt beim Dolphin Discovery Center, ohne dass sie in irgendeiner Weise angelockt werden. Sobald Delfine gesichtet werden, versammeln sich alle Interessierten in einer Reihe im Wasser und können so die Delfine aus nächster Nähe bewundern. Wir haben das Glück, an insgesamt drei Tagen bei diesem wunderbaren Ereignis dabei sein zu können. So nahe konnten wir freilebende Delfine noch nie bewundern! Nach dem Rendezvous mit den Delfinen machen wir einen Bummel durch die Stadt und später am Abend gehen wir dann noch einmal an den Strand, um uns nach einem weiteren glühend heissen Tag etwas abzukühlen. Es ist ein eigenartiges Gefühl, bei Sonnenuntergang im Meer zu schwimmen und dabei kein bisschen zu frieren, eher im Gegenteil. Auf der anderen Seite des Caravan Parks findet man weisse Mangrovensümpfe. Dies sind die südlichsten Mangroven von ganz Australien. Ein Weg führt diesen entlang und zum Teil auch mitten durch. Wirklich ein wunderbares Fleckchen Erde, dieses Bunbury.
Mangrove Trail bei Abenddämmerung
Lehrpfad durch die Mangroven
Bottlenose Dolphin am Koombana Beach


Wir rücken unserem Endziel Perth nun immer näher. Ein letzter Zwischenhalt in Fremantle, den ich hier jedoch nicht weiter kommentieren werde. Es gibt zuwenig Positives zu berichten. Nur einige Stichworte: Lärm, zuwenige und vor allem dreckige Sanitäranlagen, Langfinger in der Campkitchen, überquellende Abläufe (das WC-Abwasser sammelte sich direkt neben unserem Motorhome), Quallen, mörderische Hitze... Wie gesagt, wechseln wir das Thema...
Fremantle Jetty - Manchmal kann das "Paradies" auch täuschen
Die Fahrt nach Perth ist nur noch sehr kurz. Unser letzter (schon wieder dieses Unwort!) Caravan Park befindet sich am Rande der Stadt und das Stadtzentrum ist einfach mit dem Bus zu erreichen. Ein herrlich ruhiger und vor allem sehr, sehr sauberer und gepflegter Platz! Eine echte Wohltat nach den Erlebnissen in Fremantle. Ein letztes (!) Mal erkunden wir eine Grossstadt und was wir sehen, gefällt uns sehr gut. Perth hat vom Swan River aus gesehen eine beeindruckende Skyline. Wir machen mit einem Ausflugsboot eine Fahrt auf dem Swan River, vorbei an den beeindruckenden Villen der Wohlhabenden. Nachdem die Sommerferien in Australien vorbei sind und wieder Ruhe eingekehrt ist, "stolpern" wir nun auch wieder täglich über Schweizer, sei dies nun auf dem Boot oder in den Caravan Parks. Wir machen auch noch Bekanntschaft mit dem "Fremantle Doctor", einem sehr starken Wind, der uns während der ersten Nacht in Perth mächtig durchschüttelt. Wohl als kleiner Vorgeschmack auf den Ausläufer eines Zyklons, der uns dann in der letzten Nacht das Gefühl vermittelt, nächstens inkl. Motorhome davon zu schwimmen. Einmal mehr stellen wir fest, dass das Wetter auf dem australischen Kontinent von Extremen geprägt ist. Am Tag unseres Abfluges ist der Spuk jedoch wieder vorbei und nachdem wir widerwillig unsere Koffer gepackt haben, fahren wir zum KEA-Depot und geben unser Motorhome ab. Da alles in Ordnung ist, befinden wir uns bereits kurze Zeit später auf dem Weg zum Flughafen, wo wir noch einige Stunden ab zu sitzen haben, bis wir dann pünktlich um 22.30 Uhr Richtung Dubai starten. Wie gerne wären wir noch länger geblieben, der Abschied fällt uns sehr, sehr schwer...
Unser Zuhause... 
...für ingesamt 112 Tage
Skyline von Perth
Perth - London Court

Donnerstag, 19. Januar 2012

Und immer weiter Richtung Westen

Man sollte den Abend nie vor dem Morgen loben. In Albany angekommen bemerken wir, dass einer der hinteren Pneus etwas wenig Luft zu haben scheint. Deshalb fahren wir am nächsten Morgen als erstes zu einer Tankstelle um den Reifendruck zu messen. Doch da gibt es nicht mehr viel zu messen, es handelt sich eindeutig um einen „Platten“, also auf zum nächsten Reifenservice, der glücklicherweise nicht weit ist. Haben per Zufall einen offiziellen Vertragspartner von Keacampers erwischt, welcher auch Zeit hat. Das nennt man wohl dann Glück im Unglück, da so alles unkompliziert und innerhalb einer Stunde erledigt werden konnte. Haben während dem Warten die Gelegenheit, die Road Trains zu fotografieren, welche hier Tonnen von Getreide im Frachthafen abliefern. Gemäss Fernsehbericht verzeichnet Westaustralien diese Saison die beste Getreideernte aller Zeiten.

In Albany sind wir nun abseits der Strände unterwegs, diese haben wir ja bereits bei unserem ersten Besuch hier erkundet. Sehen uns vor allem den Ort selber an, wie beispielsweise das neue Convention Center, welches sehr an das Sydney Opera House erinnert. Im Hafen hat eine Replica der Endeavour angelegt, welche man auch besichtigen könnte. Bei der Endeavour handelt es sich um das Schiff, mit welchem James Cook die Weltmeere befahren hat. Aktuell ist die Replica auf einer Tour rund um Australien. Wir haben auf die ziemlich teure Besichtigung verzichtet, da uns die Warteschlange zu lang und die Menschenansammlung zu gross war (wir sind uns nicht mehr an so viele Menschen gewöhnt ;-) ).


Wie bereits im Zusammenhang mit Denmark beschrieben, ist hier die Auswahl an Sehenwürdigkeiten und Attraktionen riesig, so dass man wahrhaftig die Qual der Wahl hat und wir werden feststellen, dass in der Region um Margaret River die Auswahl sogar noch grösser ist, aber dazu etwas später. Dem Navi zum Trotz wählen wir deshalb unsere Reiseroute nach Margaret River durch die sich aneinanderreihenden Nationalparks, welche vor allem durch (Karri-)Wälder geprägt sind. Eine wunderschöne Gegend und die Fahrt durch die Schattenspiele der hohen Bäume bezeichnen wir kurzerhand als „lauschig“. Zwischen Denmark und Walpole befindet sich das „Valley of the Giants“ mit riesigen Bäumen, welche bis zu 20m im Umfang werden können, was natürlich auch ein entsprechendes Alter voraussetzt. Einer der ältesten Bäume im Valley wird auf 400 Jahre geschätzt. Diese Bäume überstehen Krankheiten, Feuer, Insekten etc., welche lediglich Narben oder Aushöhlungen zurück lassen. Die Bäume kann man einerseits von unten bewundern, jedoch auch von oben und zwar über den „Tree Top Walk“. Ähnlich einer Hängebrücke führt ein Weg durch die Gipfel der Bäume, unterbrochen von Plattformen. Der höchste Punkt befindet sich in 40m Höhe. Definitiv kein Abenteuer für Menschen, die nicht schwindelfrei sind, da man einerseits durch die Gitter am Boden durchsehen kann und das ganze schwingt. Es braucht ein paar Minuten bis man sich daran gewöhnt hat, doch dann geniesst man diesen unglaublichen Ausblick über die Baumwipfel. Petrus meint es gut mit uns und scheint es sich noch einmal überlegt zu haben, was die vorhergesagten Gewitter für diesen Tag anbelangt.




Die restliche Fahrt verläuft ereignislos, es sind sehr wenige Autos unterwegs und auch bewohnte Gegenden sieht man selten. Zum Teil fährt man an Ortsschildern vorbei und sucht vergeblich nach einem Haus oder sieht nur ein einziges. Wer die Einsamkeit sucht, ist hier definitiv am richtigen Ort. Wo letztes Jahr grosse Buschfeuer gewütet haben, bestehen die Wälder zum Teil nur noch aus schwarzen Gerippen. Am Strassenrand sind Förster damit beschäftigt, die Bäume zu fällen, welche auf die Strasse zu stürzen drohen. Doch inmitten dieser Trostlosigkeit entdeckt man bereits wieder grüne Blätter oder Gräser, die Natur lässt sich nicht unterkriegen.

Wir machen etwas ausserhalb von Margaret River Halt, in einem Caravan Park mit „Farm“. Am Abend können die Gäste dann mithelfen, die diversen Tiere zu füttern. Die Kinder kennen keine Angst und stopfen den Kühen das Heu büschelweise ins Maul. Wie bereits erwähnt ist hier die Auswahl an Attraktionen unglaublich gross. Einerseits handelt es sich um ein Weingebiet und allein die Wineries würden wohl einen Monat zum Weindegustieren abdecken, daneben gibt es auch Bierbrauereien (was eigentlich in grösserer Anzahl vorhanden sein sollte…), Käse-, Schoggi- und Glacéhersteller, Handwerkbetriebe und und und. Wem dies zu langweilig ist, kann es sich an einem der vielen Strände gemütlich machen oder surfen. Zusätzlich findet man entlang der gesamten Küste Tropfsteinhöhlen, von denen viele besichtigt werden können. Wir beschränken uns auf eine und wählen die Mammoth Cave. Dies ist die Höhle, die als erstes entdeckt worden ist und ohne Führung selber erkundet werden kann. Selbstverständlich ist der Weg klar vorgegeben und man erhält einen MP3-Player mit den Erklärungen, so dass man trotzdem nichts verpasst und sich so lange drin aufhalten kann, wie man möchte. Wir sind zum Teil sprachlos, welche Kunstwerke die Natur hervorzubringen weiss und fühlen uns wieder einmal ganz, ganz klein.



Samstag, 14. Januar 2012

Der Südwesten Australiens

Voller Vorfreude auf Westaustralien fahren wir noch einmal über 400 Kilometer nach Esperance, wo wir einen längeren Aufenthalt eingeplant haben. Wir müssen jedoch feststellen, dass überall alles ausgebucht ist und wir nur eine einzige Nacht dort bleiben können. Wildes Campen ist ausdrücklich verboten, weshalb wir damit beginnen, herumzutelefonieren um irgendwo einen freien Platz für die nächsten Tage zu bekommen. Da wir die Überfahrt in weniger Zeit als eigentlich vorgehabt gemacht haben, sind es noch einige Tage, welche uns zur Verfügung stehen. Nach einigem hin und her finden wir dann doch noch eine Bleibe, auch wenn die Reiseroute so etwas „unlogisch“ wird. Aber dies lässt sich nicht ändern, irgendwo müssen wir unterkommen.

In Esperance gehen wir am Abend ins Kino Sherlock Holmes anschauen und staunen nicht schlecht! Wie bereits erwähnt sind alle Unterkünfte für Touristen ausgebucht und der Ort selber hat rund 14‘500 Einwohner. Somit haben wir eine Stadt in Ferienstimmung erwartet, doch weit gefehlt. Auf dem Weg zum Kino durchs Stadtzentrum begegnen wir hin und wieder einem Auto, aber ansonsten ist die Stadt ausgestorben. Wir sind die einzigen Fussgänger weit und breit…
Esperance
Am nächsten Tag verlassen wir schweren Herzens Esperance und fahren Richtung Albany. Unterwegs machen wir in Jerramungup halt, da wir für diese Nacht keinen Platz in einem grösseren Ort gefunden haben. Jerramungup ist ein winziges Dörfchen, jedoch mit einem unerwartet beeindruckenden Ortskern. Die Strassen und Gehsteige sind alle brandneu und luxuriöser als in manch einer Grossstadt. Da konnte sich wohl jemand verwirklichen, anders können wir uns dies nicht erklären. Hier in Westaustralien begegnen wir immer wieder „neuen“ Vogelarten wie beispielsweise dem schwarzen Kakadu.
Jerramungup
In Albany finden wir ein Plätzchen am Emu Beach. Auch hier herrscht Hochbetrieb, aber nur auf den Campingplätzen oder anderen Ferienanlagen, ansonsten begegnet man unterwegs sehr wenigen Menschen und auch die Strände sind nahezu leer, was jedoch teilweise auch am kalten Wetter liegt. Wir erkunden den Ort, füllen wieder einmal ausgiebig unseren Kühlschrank und wandern der Küste entlang. Wir werden noch einmal die Gelegenheit haben, Albany näher anzuschauen, da wir noch einmal hierher zurückkommen werden.
Albany - Middleton Beach
Albany - Emu Beach in der Abenddämmerung
Unsere nächste Station ist Denmark. Eine wunderschöne und vor allem grüne Gegend. Im Frühling blühen hier prachtvolle Wildblumen, was wir leider nur noch auf Bildern bewundern können. Wäre definitiv auch eine Reise wert ;-) Aber auch ohne Wildblumen hat der Südwesten sehr viel zu bieten. Die Strände und Küsten um Denmark sind von unglaublicher Schönheit und auch ansonsten wird einem hier sehr viel geboten, seien dies Tierfarmen (z.B. Alpaca), Weingebiete, Bierbrauereien, Toffeehersteller und vieles mehr. Neben dem Ocean Beach, dem Green Pool und den Elephant Rocks besuchen wir eine Schoggi-Lounge mit dem klingenden Namen: Swiss Annie’s. Die erwartete Schoggi-Fabrik hat sich dann als Verkaufsladen mit Café und Bar herausgestellt. Sehr gepflegt, wunderbar gelegen und erst vor kurzem (2009) eröffnet, also sicherlich ein Besuch wert, wenn man die Erwartungen entsprechend ändert. Auf die sündhaft teuren Pralinen haben wir dann verzichtet, sondern bei einem Kaffee die herumliegenden Schweizer Souvenirs bestaunt. He ja, langsam aber sicher müssen wir uns wieder mit der Schweiz auseinandersetzen… *seufz* Beim Green Pool begegnen wir unserer ersten Schlange und zwar erst noch einer, der man definitiv nicht zu nahe kommen sollte. Australien ist bekannt dafür, dass hier viele der giftigsten Tiere leben, weshalb wir die Unbekümmertheit der Australier bestaunen, welche sehr häufig barfuss unterwegs sind oder in gefährlichen Gewässern baden.
Denmark - Elephant Rocks
Denmark - Wilson Inlet
Denmark - Ocean Beach 
Denmark - Green Pool
Bis jetzt hat uns unser Motorhome gute Dienste erwiesen und nicht im Stich gelassen *knock on wood*. Kleinere Sachen konnten wir immer selber beheben resp. improvisieren. In Denmark jedoch hat es uns bei dem ständig sehr starken Wind die Abdeckhaube von der Klimaanlage vom Dach geweht. Glücklicherweise nicht während der Fahrt, sondern auf dem Caravan Park. Somit durften wir uns noch nach einer Reparaturwerkstatt umsehen und den Schaden reparieren lassen. Hat alles wunderbar geklappt und wir drücken natürlich die Daumen, dass dies das erste und letzte Problem mit unserem Auto ist.

Montag, 9. Januar 2012

Nullarbor - Gefühlte 100 Tankstopps von Südaustralien bis Westaustralien

Am 2. Januar verlassen wir Adelaide. Eine Stadt, in welcher Hektik und Verkehrschaos Fremdwörter zu sein scheinen. Wie bereits früher erwähnt, stöhnt Südaustralien unter einer Hitzewelle. Auch wir verbringen den Rest des Tages mit Schwitzen und Trinken und Schwitzen und Trinken. Gegen Abend kommt dann endlich etwas Südwind auf, so dass wir in Port Augusta doch noch eine kurze Runde drehen können.
Port Augusta
Die lange Überfahrt Richtung Westen steht nun kurz bevor. Unsere nächste Station heisst Ceduna, wo auch der Eyre Highway startet. Hier sehen wir neben vielen Ferienreisenden mit Zelt und Wohnwagen auch die ersten Road Trains – riesige Sattelschlepper. Wir sind froh, dass die grösste Hitze endlich vorbei ist, denn uns steht eine lange Fahrt bevor und auf schmelzenden Asphalt können wir definitiv verzichten.
Ceduna
Der Eyre Highway führt über die sogenannte Nullarbor Plain. Eine riesige Kalksteinplatte, welche vor Millionen von Jahren Meeresboden war und insgesamt 200‘000 km2 gross und bis zu 300 m dick ist. Wie der Name erahnen lässt, sucht man hier vergebens nach Bäumen. Die Distanzen und Weiten sind einmal mehr unglaublich. Seien es nun die Getreidefelder (auch Toastbrot wird aus Getreide hergestellt... >;-) ), welche unseren Weg zu Beginn noch säumen oder die kahlen oder nur mit Sträuchern bewachsenen Ebenen, die wir auf unserer Fahrt durchqueren. Es wird vor Känguruhs, Kamelen, Emus und diversen anderen Tieren gewarnt. Wie gerne wir auch Tiere beobachten sind wir trotzdem froh, dass wir unterwegs keinem begegnen, denn mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h heisst es Augen zu und durch, wenn einem ein Känguruh vor die Kühlerhaube geraten sollte… Wir sind über den guten Zustand der Strasse sehr erstaunt, einer der besten, wenn nicht der beste Highway, den wir bis jetzt befahren haben. Die Strecken sind über viele Kilometer einfach schnurgerade. Die längste Strecke ohne kleinste Kurve misst gar 146 km und ist somit die längste der Welt! Wir ziehen immer wieder Grössenvergleiche mit der Schweiz und kommen uns winzig klein vor.


Die Strassenkarte braucht man lediglich für die Einplanung des nächsten Tankstopps, denn verfahren kann man sich definitiv nicht: Der Eyre Highway ist auf der Länge von rund 1‘200 km die einzige asphaltierte Strasse weit und breit. 1‘000 Kilometern, 200 Liter Diesel, 380 Dollar, einen Quarantäne-Checkpoint (Früchte, Gemüse und Honig landeten im Abfall) und 2 ½ Zeitzonen später machen wir in Balladonia halt. Vor allem auch, da ein Gewitter aufzieht, welches sich dann auch kurz nach der Ankunft entlädt. Auch dieser „Ort“ besteht lediglich aus einem Roadhouse mit Tankstelle, einigen Motelzimmern und einem „Caravan Park“. Die Ruhe im Outback ist eine Wohltat, die wenigen Autos und Road Trains, die noch unterwegs sind, unterbrechen diese nur kurz und der Duft der Eukalyptusbäume ist überwältigend. Wir werden diesen vermissen!