Freitag, 30. Dezember 2011

Weihnachten in Adelaide

Weihnachten (und Silvester) verbringen wir in Adelaide, auch uns tut eine kleine „Pause“ gut. Da die Campingplätze überfüllt sind, müssen wir am 26. wechseln. Die erste Hälfte, also Weihnachten, verbringen wir deshalb im Westen von Adelaide, direkt am West Beach. Da die Strände hier stark mit Erosion zu kämpfen haben, ist dies der einzige Strandabschnitt mit Sanddünen, welche laufend wiederhergestellt werden. Der Strand ist entlang der gesamten Küste sehr flach mit feinem Sand. Wirklich ideal zum Baden und Rumplantschen. Da wir von einem Tag auf den anderen von 15 Grad auf 35 Grad und mehr umstellen müssen äh dürfen, ist eine Abkühlung im Meer natürlich jederzeit willkommen. Die beiden Swimmingpools im Caravanpark sind definitiv in den Händen der unzähligen Kinder, was wir lieber so bleiben lassen ;-)
West Beach
Pelikane am West Beach
Schöner als jede Gutenachtgeschichte
Da der zweite Caravanpark näher beim Stadtzentrum liegen wird, verbringen wir die Zeit vor allem am Meer und im rund 1 Stunde (zu Fuss) entfernten Glenelg, einem bekannten Vorort von Adelaide, wo man sich am weissen Strand trifft oder die Einkaufsstrasse entlang promeniert. Von Glenelg gelangt man auch einfach mit dem Tram direkt nach Adelaide, was wir am ersten Tag nach unserer Ankunft hier machen um noch etwas von der Weihnachtsstimmung in der Stadt mitzubekommen. Das Gewühl in der Haupteinkaufsstrasse ist überwältigend und an jeder Ecke spielte Weihnachtsmusik. Für uns beinahe schon eine Art Kulturschock, da wir mehrheitlich alleine und in der Natur, wo einzig das Meeresrauschen und die Vögel die Stille unterbrechen, unterwegs waren. Wir „flüchten“ deshalb bald wieder nach Glenelg zurück und von dort „nach Hause“.
Der Strand von Glenelg

Obwohl der Caravanpark direkt beim Flughafen liegt, hält sich der Fluglärm in Grenzen, da der Flughafen weniger Verkehr aufweist als beispielsweise Sydney und die Flugzeuge in diverse Richtungen starten und landen. Auf unserem morgendlichen Weg nach Glenelg können wir diese zum Teil beobachten, wie sie nur knapp über die Häuser am Strand starten und vor allem landen. Und für eine solche Wohnlage bezahlt man auch hier locker über eine Million…
Alt... 
...trifft... 
...neu
Weihnachten wird vor allem am 25. gefeiert und die Wohnwagen und Zelte sind festlich geschmückt. Die Lebensmittel und vor allem Getränke, sprich Bier, welche am Vortag sackweise herbeigeschleppt worden sind, werden nun aufgetischt. Unser Weihnachtsmenü, bestehend aus Salat und Rahmschnitzel mit Nudeln sowie Kirschenkuchen aus dem ... (Insider wissen, wo wir diesen gekauft haben ;-) ), sieht deshalb im Vergleich bescheiden aus, vor allem auch, da wir nicht kistenweise Bier runterschütten (wir können teilweise nur ungläubig staunen, welche Mengen an Bier und in welcher Geschwindigkeit hier konsumiert werden. Am Abend beherrschen teilweise genau 3 Geräusche die Campingplätze: das Zuklappen des Kühlboxdeckels, das Zischen beim Öffnen der Bierflasche und das Klirren der leeren Flasche im Container). Das Wetter verdirbt leider vielen die Weihnachtsparty (zur Erinnerung: diese kann hier draussen gefeiert werden ;-) ). Die Wettervorhersage sagte Sonne bei 36 Grad voraus, doch in Wahrheit sind es definitiv keine 30 Grad, vereinzelte Regenschauer und ein stürmischer Wind (später erfahren wir, dass es in Melbourne und Sydney noch stärker gestürmt und zu diversen Schäden geführt hat). Das Wetter will sich wohl bei allen Weihnachtsmännern entschuldigen, welche am Vorabend bei schwüler Hitze die Geschenke verteilen mussten…

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Südaustralien: Mount Gambier – Robe – Port Elliot

Nun sind wir wieder auf dem Princes Highway unterwegs, dieser ist teilweise kilometerlang schnurgerade. Im Geiste sehen wir die Strassenplaner vor uns, wie sie die Strassen mit einem Lineal und einer grossen Karte vor sich geplant haben. Unterwegs begegnen uns nur selten Autos und die Distanzen zwischen den einzelnen Dörfern sind so gross, dass man die Tankanzeige immer wachsam im Auge halten muss, vor allem bei unserem „Süffel“. Wir überqueren die Grenze zu South Australien und müssen unsere Uhren um eine halbe Stunde zurückstellen. Mal was anderes ;-) Gleichzeitig wird man dazu aufgefordert, keine Früchte, Gemüse, Pflanzen wegen den Fruchtfliegen einzuführen. Wir essen pflichtbewusst unsere letzten Vorräte kurz vor der Grenze und entsorgen die Abfälle in der bereitstehenden Tonne... und scheinen die einzigen zu sein, aber vielleicht täuscht ja der Eindruck. Wir fahren durch Hektaren von angelegten Nadelwäldern für die Forstwirtschaft. Die Bäume sind so gerade angepflanzt, dass man durch den Wald hindurch sieht, auch wenn er riesige Flächen bedeckt.

In Mount Gambier schlagen wir unser Lager direkt beim Blue Lake auf, welcher von November bis April gemäss Name in einem unglaublichen Blau erscheint. Erkunden in Regenpausen auch die diversen anderen Kraterseen und einen Wildlife Park, wo wir vor allem Kängurus über den Weg laufen.

Mount Gambier - Blue Lake
Auf dem Weg nach Robe machen wir in Beachport halt, einem winzigen Dörfchen mit dem zweitlängsten Steg (772 m) von Südaustralien. Trotz eiskalten Windes und bevorstehendem Regen lassen wir es uns nicht nehmen bis zum äussersten Ende des Steges zu laufen. Das Meer hat eine wunderschöne hellblaue Farbe und wir fühlen uns nach Bora Bora zurückversetzt, wenn die Temperaturen stimmen würden (es ist immer noch Bettsockenwetter). In Robe ist die Farbe des Meeres unverändert und auf unseren täglichen Spaziergängen ins Dorf können wir uns beinahe nicht sattsehen. Robe selber ist noch ausgestorben. Der Caravan Park ist beinahe leer, so dass die einzelnen Camper weit verstreut sind. Auch der Strand ist menschenleer, wir legen uns windgeschützt in den warmen, hellgrauen Sand und wärmen unsere Knochen. Im Dorf finden wir eine Bäckerei, welche Butterzopf verkauft. Lecker!!! Vor allem wenn man bedenkt, welche Brotvorliebe hier vorherrscht… Es ist eine immerwährende Herausforderung hier Brot zu finden, welches unsere verwöhnten Schweizer Gaumen auch als Brot bezeichnen. Aber keine Angst, wir sind noch nicht verhungert ;-)
Beachport - Jetty
Abendstimmung über Robe
Robe
Unser nächstes Ziel heisst Port Elliot und unsere Reise führt uns durch weite, baumlose Ebenen, an Salzseen vorbei und vor Wellington über einen Fluss. Wir staunen nicht schlecht als das Navi plötzlich meldet: Fahren sie auf die Fähre ;-) Der Fluss ist so schmal, dass wir diese Besonderheit auf der Strassenkarte gar nicht bemerkten (wir trauen dem veralteten Navi nämlich nicht so ganz über den Weg). Mittlerweile sind die Schulferien angebrochen und die Camper sind aus dem Winterschlaf erwacht. Nach all den menschenleeren Orten ist eine solche Menschenansammlung für uns im ersten Moment sehr ungewohnt. Gewöhnen uns aber schnell an den Betrieb. Port Elliot selber ist auch ein eher kleines Örtchen, weshalb wir ins 6 km entfernt gelegene Victor Harbor fahren, wo wir unsere Vorräte auffüllen und den Ort und die Umgebung erkundigen können. Unter anderem gelangt man über eine lange Brücke auf die Granite Island, wo ca. 2000 Pinguine zuhause sind, welche jedoch den Tag mit Jagen verbringen. Auf unserem Spaziergang rund um die Insel mit tollen Ausblicken über das Meer sehen wir lediglich die Wege und Höhlen der Pinguine. Wer den Weg über die Brücke nicht zu Fuss zurücklegen möchte, kann auch mit einem antiken Tram fahren, welches von einem Pferd gezogen wird.
Fähre vor Wellington
Victor Harbor - Pferdetram
Port Elliot 
Blick von Granite Island auf Victor Harbor
Was all diese Orte, die wir als letztes besucht haben gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass versucht wird, die historischen Gebäude und Plätze zu erhalten, mögen die Orte auch noch so klein sein.

Robe - Altes Zollhaus

Montag, 19. Dezember 2011

Great Ocean Road

Uns erwartet nun ein besonderes Highlight: eine der schönsten, wenn nicht die schönste, Küstenstrasse der Welt. Die Great Ocean Road beginnt von Melbourne her gesehen in Torquay und endet in Allansford. Der Himmel ist wolkenlos und dank nicht allzu dichtem Verkehr können wir Melbourne nach einem kurzen Einkaufstopp zügig verlassen. Die Strasse windet sich eng und zum Teil sehr kurvig der Küste entlang mit regelmässigen Abstellplätzen, von wo man die unbeschreiblichen Felsformationen und die heran donnernden Wellen fotografieren kann. Neben weiteren Motorhomes und Caravans sind auch viele Busse mit mehrheitlich asiatischen Touristen unterwegs. Zum Teil sind die Parkplätze überbelegt, so dass wir zum Teil aufs Anhalten verzichten (einmal im Halteverbot stehen wäre beinahe schon einmal zu viel gewesen…). Konnten trotzdem einige annehmbare Fotos direkt aus dem fahrenden Auto schiessen und die berühmtesten Felsenformationen erwarteten uns ja erst auf dem zweiten Abschnitt unserer Fahrt.



Nach einem kurzen Spaziergang und Kaffeestop in Lorne, wo wir während unserer letzten Australien-Reise schon mal nächtigten, nehmen wir die letzten Kilometer bis Apollo Bay „unter die Räder“. Der Caravan Park liegt direkt am Meer und ist terrassenförmig angelegt. Die Aussicht ist einmal mehr unbeschreiblich. Das kleine Touristendörfchen ist im Moment noch ausgestorben und wir geniessen die Ruhe vor dem Ferienansturm bei langen Spaziergängen am Strand und zu nahegelegenen Aussichtspunkten.

Apollo Bay - Das Gewitter verzieht sich
Kaffeekunst in Lorne


Apollo Bay
Unser nächstes Ziel ist Warrnambool. Doch das eigentliche Ziel ist natürlich der zweite Abschnitt der Great Ocean Road mit den berühmten Felsformationen: 12 Aposteln, (die Überbleibsel der) London Bridge, Loch Ard Gorge, The Grotto etc. Leider meint es Petrus einmal mehr nicht so gut mit uns und wir müssen uns mit Nieselregen und Bewölkung zufrieden geben. Der Anblick der diversen Naturschönheiten ist trotzdem beeindruckend und da wir früh unterwegs sind, finden wir auch überall problemlos Platz für unser „Schiff“ und sind die meiste Zeit allein unterwegs.
Aha!?! ;-)
12 Aposteln
London Bridge
The Grotto
Warrnambool ist eher ein Durchgangs- und weniger ein Ferienort, wo man länger verweilt. Auf dem Campingplatz ist ein ständiges Kommen und Gehen, sogar mitten in der Nacht. Wir besuchen das nahegelegene Flagstaff Hill Museum: ein maritimes Dorf aus den Gründerzeiten. Auch dieses Dorf erinnert wieder an Ballenberg. Auch diese Sehenswürdigkeit ist noch ausgestorben, so dass wir bestimmen können, wann der Infofilm für uns gestartet werden soll. Auch die in Originalkostüme gekleideten „Einwohner“ sind mehrheitlich noch im Winterschlaf. Einzig in der Bank werden wir freundlich empfangen und nachdem wir gezwungenermassen preisgegeben hatten, dass wir aus der Schweiz stammen, meinte die Dame, sie könne wohl darauf verzichten, uns etwas über Banken zu erzählen…
Flagstaff Hill Museum
Flagstaff Hill Museum
Strand von Warrnambool 
Blick über Warrnambool mit Lake Petrobe

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Melbourne

Damit das Wetter dieses Mal nicht zum Hauptthema wird, einfach kurz in 3 Worte zusammengefasst: es ist saukalt.

Der Caravanpark liegt 9 km ausserhalb des Stadtzentrums und ist einfach mit dem Bus zu erreichen. Der Verkehrslärm ist unglaublich, aber da wir ja sowieso den ganzen Tag unterwegs sind, bringt er uns "nur" um den Schlaf.

Wir erkunden jeden Tag Melbourne, die öffentlichen Verkehrsmittel sind einfach zu nutzen und es gibt auch zwei verschiedene Gratis-Rundfahrten für die Touristen: eine im Bus und eine im Tram. Die Auswahl an Shoppingzentren, -malls und -arkaden ist riesig und alles erscheint in vorweihnachtlichem Glanz. Vor einem grossen Warenhaus stehen die Leute endlos Schlange um die Santa Claus Schaufenster betrachten zu können. Unser Urteil: Loeb macht es genauso gut, wenn nicht gar noch besser und anstehen braucht man auch nicht. Wir lassen uns trotzdem von der Vorfreude anstecken und dekorieren unser Motorhome entsprechend.

Alles zu beschreiben, was wir während unserem Aufenthalt in Melbourne gesehen haben, würde den Rahmen sprengen. Deshalb hier nur eine kleine Aufzählung: Southbank, Port Melbourne, Collins und Bourke Street, Docklands, Chinese District... und einige Fotos...
Blick auf die Stadt von Southbank
Weihnachtsstimmung...
Docklands
Warum auch nicht ;-)

Samstag, 3. Dezember 2011

Immer Richtung Süden - der Kälte entgegen

Von Kiama geht es weiter auf dem Princes Highway der Shoalhaven Coast entlang Richtung Batemans Bay. Die Strasse ist ungewohnt kurvenreich und so sehen wir auch vermehrt Motorradfahrer. Die Strecke ist immer wieder von Baustellen unterbrochen, es gibt wirklich viel zu tun… Es ist weiterhin sehr kühl und zum Teil regnerisch. Die Fotos erscheinen fade und mögen die intensiven Farben, welche dieser Kontinent bei Sonnenschein zu bieten hat, gar nicht wiedergeben. Wir schlürfen heissen Tee anstelle eiskalten Bieres. Sobald es nicht mehr regnet, machen wir einen Ausflug nach Mogo. Dort kann man eine alte Goldgräberstadt mit allem drum und dran inkl. Mine besichtigen, die Gold Rush Colony (Old Mogo Town). Erinnert entfernt an Ballenberg, da viele Gebäude von ihrem Originalstandort dorthin gebracht worden sind. Im Eintrittspreis ist eine Tour inbegriffen, welche wirklich sehr spannend und lehrreich ist. Am Schluss konnten wir auch noch Gold waschen. Wir wären zu Goldgräberzeiten wohl verhungert ;-)

Gold Rush Colony - gemütliche Behausung
Old Mogo Town - Post Office :-)
Nächste Station ist Merimbula an der Sapphire Coast. Über eine Anhöhe erreicht man Merimbula und der Blick über die links und rechts angrenzenden Küstenstreifen ist atemberaubend. Der Caravan Park liegt direkt oberhalb eines laaaaangen goldfarbenen Strandes. Leider verpassen wir die Gelegenheit, diesen Strand während den seltenen sonnigen Phasen zu fotografieren. Die Farben sind fantastisch und der Strand beinahe menschenleer. Wir kaufen einige Postkarten und staunen über die Bilder desselben Strandes im Sommer: alles andere als menschenleer! Wenn es nicht regnet, erkunden wir das Dorf und die Umgebung, den Schirm immer in Griffnähe. Am letzten Abend beginnt es dann richtig zu schütten und vor allem zu winden. Man fühlt sich wie auf einem Boot und hofft, dass alle "Luken" dicht sind. Am nächsten Morgen hört der Regen dann glücklicherweise auf, die stürmischen Winde jedoch nicht.

Auch hier werden wir schon sehnsüchtig erwartet ;-)
Zwischen zwei Stürmen
Die Fahrt nach Lakes Entrance der Wilderness Coast entlang ist anstrengend. Der Wind peitscht durch die Bäume und Böen zerren am Motorhome. Es wäre eine wunderbare Strecke durch dichte Eukalyptuswälder und zum Teil Regenwald, aber so macht das Unterwegssein keinen wirklichen Spass. Dass es in dieser Gegend viele Wombats gibt, zeigt sich leider wieder in den Strassengräben. In Lakes Entrance angekommen wagen wir uns trotz Wind an den Strand. Der Name des Strandes spricht für sich: Ninety Mile Beach. Das Dorf liegt langgezogen entlang diesem Strand, nur durch einen Meeresarm getrennt. Auch dieser Ort ist noch ziemlich ausgestorben und bereitet sich auf den Ansturm der Feriengäste vor. Am Abend und am nächsten Tag lässt der Wind dann endlich etwas nach, so dass unsere Erkundungstouren etwas angenehmer werden. Wir begegnen den ersten schwarzen Schwänen.

Ninety Miles Beach (Lakes Entrance)
Eines der vielen Kriegsmemorials
Unsere letzte Station vor Melbourne ist Inverloch. Langsam gezwungenermassen an Temperaturen unter 20 oder gar unter 10 Grad gewöhnt, kämpfen wir mit den feuchten 32 Grad, die hier herrschen. Aber nicht für lange, die Kaltfront ist nicht weit und heftige Winde und starker Regen vertreiben die Wärme. Hoffen natürlich auf Wetterbesserung, damit wir auch hier noch die Gegend und vor allem die Strände erkunden können, was wir dann am letzten Tag gegen Abend noch machen können, dick eingepackt in unser Alaska-Outfit (von welchem wir eigentlich gehofft hatten, es bis im Februar nicht mehr anziehen zu müssen…).

Aber nun genug übers Wetter gejammert, auch wenn keine Besserung in Sicht ist (ich sollte in Zukunft die Blog-Einträge bei schönem Wetter schreiben, würde sich sicherlich positiv auswirken und die Leser etwas weniger langweilen *gääääähn*). Hier noch ein paar ganz allgemeine Beobachtungen resp. Gedanken zu diesem Kontinent:
- Wer meint, dass der Preiskampf von Migros und Coop nur ein Schweizerisches Phänomen ist, irrt sich. Hier versuchen sich Coles und Woolworths gegenseitig zu unterbieten und fahren teilweise mit identischen Aktionen auf. Und auch ein Discounter hält Einzug... Aldi.
- Die Australier können von Lindt-Schokolade nicht genug bekommen. Die Auswahl ist grösser als bei uns inkl. der Lindor-Kugel-Varianten (z.B. Erdnussbutter oder Pfefferminze). An Weihnachten ist dies ein absolutes Muss-Geschenk. Einige Artikel sind auch tatsächlich "Made in Switzerland", andere stammen aus Deutschland (wie beispielsweise der Goldbär (yep, Bär nicht Rentier)), wie bei uns auch.
- Es wird gebaut, gebaut, gebaut. Überall entstehen neue Quartiere. Doch wo sind die Menschen? Wir spazieren immer wieder durch wunderschöne Quartiere mit traumhaften Häusern mit beneidenswerten Terrassen mit direktem Meerblick. Aber man sieht keine Menschenseele, weder während den Wochenenden noch unter der Woche, obwohl die Häuser offensichtlich bewohnt sind. Wo sind die Australier? Alle beim Barbeque, Surfen oder Shoppen? Wir wissen es nicht…

Sonntag, 20. November 2011

Port Stephens - Sydney - Kiama

Es steht eine weitere „Feriendestination“ auf unserem Programm: Port Stephens. Man hat dort wirklich die Qual der Wahl. Jede Ortschaft will mehr zu bieten haben als die andere. Die einen werben mit Koalas, die anderen mit den zahlreichen Delfinen, welche in der Bucht beheimatet sind und andere mit Wale. Wir haben uns für Soldiers Point entschieden, da dies in der Nähe von Nelson Bay, der grössten Ortschaft von Port Stephens, liegt und der Caravan Park wunderschön gelegen ist. Wir verzichten auch hier darauf, eine der unzähligen Delfin-Ausflüge zu buchen. Wie schon so oft haben wir erneut das Glück, vom Strand beim Caravan Park aus Delfine beobachten zu können. Gratis und franko und nur wir ganz alleine :-)
Soldiers Point
Wir machen noch einmal einen Abstecher nach Sydney. Auf dem Weg dorthin fahren wir an den grössten Sanddünen der südlichen Hemisphäre vorbei. Wo bei uns in der Ferne Berge aufragen, erblicken wir riesige „Sandhügel“. Ein beeindruckender Anblick. In Sydney machen wir in „unserem“ ersten Caravan Park halt und fühlen uns wie Einheimische und auch „unsere“ Papageien sind noch da. Nachdem wir noch am Vortag in Soldiers Point geschwitzt hatten, kramen wir nun wieder die langen Hosen und den Faserpelz hervor. Die Temperaturunterschiede sind teilweise wirklich enorm, obwohl wir pro Strecke maximal 200 Kilometer zurück legen. Die kalten Temperaturen passen hier wenigstens besser zu den üppigen Weihnachtsdekorationen in den Einkaufspassagen.


Sydney - Weihnachten kann kommen

Schweren Herzens nehmen wir von Sydney Abschied. Der Himmel weint mit uns. Mit dem Regen verzieht sich auch der Rauchgeruch, der aufgrund kontrollierter Buschbrände über Sydney lag und zum Teil den Himmel verdunkelte. Nachdem wir endlich das Verkehrschaos in Sydney hinter uns lassen konnten, folgte eine wunderschöne Strecke Richtung Süden. Einmal mehr standen wir vor der Entscheidung, welchen Weg wir nehmen sollten. Direkt der Küste entlang oder über eine Anhöhe mit atemberaubendem Blick über diesen Küstenabschnitt. Wir haben uns für die Passstrasse entschieden, da uns hier ein gut ausgebauter Highway erwartete. Apropos Autofahren: wir sehnen uns teilweise nach unseren vergoldeten Autobahnen. Die Strassenbeläge sind eine echte Herausforderung und trotzdem ist man locker, äh ich meine maximal, mit 110 Sachen unterwegs *holper enorm*. Das Veloland Schweiz könnte jedoch noch etwas lernen: hier sind die Pannenstreifen hochoffiziell auch Velowege und bei allen Ein- und Ausfahrten steht ein Warnschild, dass man auf die kreuzenden Velofahrer aufpassen soll *leer schluck*.
Point Lookout - leider keine klare Sicht
In Kiama erfahren wir, dass es sich um einen sehr beliebten Ferien- und Wochenendaufenthaltsort für die Einwohner von Sydney handelt. Wir haben das „Glück“ am Wochenende dort zu sein und staunen nur noch, wie voll und kinderfreundlich ein Caravan Park sein kann ;-)
Kiama - Easts Beach - vor dem Ansturm

Donnerstag, 10. November 2011

Ostküste

Nun sehen wir endlich wieder täglich das Meer. Nicht nur auf unserem Weg zurück Richtung Süden, sondern auch dort, wo wir übernachten. Nachdem wir Brisbane hinter uns gelassen haben und dem Grossstadt-Gewühl wieder entkommen sind, geht es entlang der Gold Coast nach Ballina. Leider ist die Sonne etwas zurückhaltend, so dass die imposanten Ferienhochburgen entlang der Küste nicht allzu sehr beeindrucken, jedoch trotzdem sehenswert sind. Wir können uns im Moment gar nicht vorstellen, unsere Ferien in solchen Glas- und Betonklötzen zu verbringen, wir bevorzugen definitiv die Natur und die hat jeden Tag mehr als genug zu bieten.
Gold Coast
In Ballina haben wir einen Platz direkt am Meer. Vom Camper aus erblicken wir bereits während dem Einrichten Delfine in der nahegelegenen Bucht. Wir sind jeden Tag am Strand und beobachten die unerschrockenen Wellenreiter und sogar vorbeiziehende Wale. Bei Sonnenuntergang sammeln sich die Delfine zum Jagen und ziehen Richtung Ballina. Wenn man dies nicht mit eigenen Augen sehen würde, würde man es nicht glauben resp. die ganze Szene und die Kulisse als oberkitschig bezeichnen. Aber so hält man einfach den Atem an und versucht diesen Augenblick festzuhalten.
Ballina - Shaws Bay
Ballina - Lighthouse Beach
Nördlich von Coffs Harbour machen wir in Emerald Beach, einem kleinen verschlafenen Örtchen, halt. Auch hier sind wir direkt am Meer und zusätzlich ist man von freilebenden Kängurufamilien umgeben, die sich von Campern nicht stören lassen und gar keine Scheu zeigen. Nachdem wir die letzten Tage von der Sonne verwöhnt worden sind, ist es nun bewölkt und zum Teil auch regnerisch. Wir lassen die Seele baumeln und geniessen Fauna und Flora.
Emerald Beach
Weiter geht es nach Port Macquarie, wo wir weiterhin am Meer, jedoch direkt im Ort sind, so dass wir ausgiebig bummeln und einkaufen können. Die Weihnachtsdekorationen muten komisch an, wenn gleichzeitig die neue Bademode für den kommenden Sommer angepriesen wird. Es windet immer noch sehr stark, so dass man froh ist, dass man sich nach drinnen verziehen kann. Die Campingplätze werden momentan vor allem von pensionierten Australiern in Wohnwagen und einzelnen Familien mit Kleinkindern bevölkert und die Ferienorte rüsten sich für die kommende Hochsaison. Die ruhigen Zeiten werden nicht mehr ewig dauern ;-)
Port Macquarie - Abendstimmung