Samstag, 3. Dezember 2011

Immer Richtung Süden - der Kälte entgegen

Von Kiama geht es weiter auf dem Princes Highway der Shoalhaven Coast entlang Richtung Batemans Bay. Die Strasse ist ungewohnt kurvenreich und so sehen wir auch vermehrt Motorradfahrer. Die Strecke ist immer wieder von Baustellen unterbrochen, es gibt wirklich viel zu tun… Es ist weiterhin sehr kühl und zum Teil regnerisch. Die Fotos erscheinen fade und mögen die intensiven Farben, welche dieser Kontinent bei Sonnenschein zu bieten hat, gar nicht wiedergeben. Wir schlürfen heissen Tee anstelle eiskalten Bieres. Sobald es nicht mehr regnet, machen wir einen Ausflug nach Mogo. Dort kann man eine alte Goldgräberstadt mit allem drum und dran inkl. Mine besichtigen, die Gold Rush Colony (Old Mogo Town). Erinnert entfernt an Ballenberg, da viele Gebäude von ihrem Originalstandort dorthin gebracht worden sind. Im Eintrittspreis ist eine Tour inbegriffen, welche wirklich sehr spannend und lehrreich ist. Am Schluss konnten wir auch noch Gold waschen. Wir wären zu Goldgräberzeiten wohl verhungert ;-)

Gold Rush Colony - gemütliche Behausung
Old Mogo Town - Post Office :-)
Nächste Station ist Merimbula an der Sapphire Coast. Über eine Anhöhe erreicht man Merimbula und der Blick über die links und rechts angrenzenden Küstenstreifen ist atemberaubend. Der Caravan Park liegt direkt oberhalb eines laaaaangen goldfarbenen Strandes. Leider verpassen wir die Gelegenheit, diesen Strand während den seltenen sonnigen Phasen zu fotografieren. Die Farben sind fantastisch und der Strand beinahe menschenleer. Wir kaufen einige Postkarten und staunen über die Bilder desselben Strandes im Sommer: alles andere als menschenleer! Wenn es nicht regnet, erkunden wir das Dorf und die Umgebung, den Schirm immer in Griffnähe. Am letzten Abend beginnt es dann richtig zu schütten und vor allem zu winden. Man fühlt sich wie auf einem Boot und hofft, dass alle "Luken" dicht sind. Am nächsten Morgen hört der Regen dann glücklicherweise auf, die stürmischen Winde jedoch nicht.

Auch hier werden wir schon sehnsüchtig erwartet ;-)
Zwischen zwei Stürmen
Die Fahrt nach Lakes Entrance der Wilderness Coast entlang ist anstrengend. Der Wind peitscht durch die Bäume und Böen zerren am Motorhome. Es wäre eine wunderbare Strecke durch dichte Eukalyptuswälder und zum Teil Regenwald, aber so macht das Unterwegssein keinen wirklichen Spass. Dass es in dieser Gegend viele Wombats gibt, zeigt sich leider wieder in den Strassengräben. In Lakes Entrance angekommen wagen wir uns trotz Wind an den Strand. Der Name des Strandes spricht für sich: Ninety Mile Beach. Das Dorf liegt langgezogen entlang diesem Strand, nur durch einen Meeresarm getrennt. Auch dieser Ort ist noch ziemlich ausgestorben und bereitet sich auf den Ansturm der Feriengäste vor. Am Abend und am nächsten Tag lässt der Wind dann endlich etwas nach, so dass unsere Erkundungstouren etwas angenehmer werden. Wir begegnen den ersten schwarzen Schwänen.

Ninety Miles Beach (Lakes Entrance)
Eines der vielen Kriegsmemorials
Unsere letzte Station vor Melbourne ist Inverloch. Langsam gezwungenermassen an Temperaturen unter 20 oder gar unter 10 Grad gewöhnt, kämpfen wir mit den feuchten 32 Grad, die hier herrschen. Aber nicht für lange, die Kaltfront ist nicht weit und heftige Winde und starker Regen vertreiben die Wärme. Hoffen natürlich auf Wetterbesserung, damit wir auch hier noch die Gegend und vor allem die Strände erkunden können, was wir dann am letzten Tag gegen Abend noch machen können, dick eingepackt in unser Alaska-Outfit (von welchem wir eigentlich gehofft hatten, es bis im Februar nicht mehr anziehen zu müssen…).

Aber nun genug übers Wetter gejammert, auch wenn keine Besserung in Sicht ist (ich sollte in Zukunft die Blog-Einträge bei schönem Wetter schreiben, würde sich sicherlich positiv auswirken und die Leser etwas weniger langweilen *gääääähn*). Hier noch ein paar ganz allgemeine Beobachtungen resp. Gedanken zu diesem Kontinent:
- Wer meint, dass der Preiskampf von Migros und Coop nur ein Schweizerisches Phänomen ist, irrt sich. Hier versuchen sich Coles und Woolworths gegenseitig zu unterbieten und fahren teilweise mit identischen Aktionen auf. Und auch ein Discounter hält Einzug... Aldi.
- Die Australier können von Lindt-Schokolade nicht genug bekommen. Die Auswahl ist grösser als bei uns inkl. der Lindor-Kugel-Varianten (z.B. Erdnussbutter oder Pfefferminze). An Weihnachten ist dies ein absolutes Muss-Geschenk. Einige Artikel sind auch tatsächlich "Made in Switzerland", andere stammen aus Deutschland (wie beispielsweise der Goldbär (yep, Bär nicht Rentier)), wie bei uns auch.
- Es wird gebaut, gebaut, gebaut. Überall entstehen neue Quartiere. Doch wo sind die Menschen? Wir spazieren immer wieder durch wunderschöne Quartiere mit traumhaften Häusern mit beneidenswerten Terrassen mit direktem Meerblick. Aber man sieht keine Menschenseele, weder während den Wochenenden noch unter der Woche, obwohl die Häuser offensichtlich bewohnt sind. Wo sind die Australier? Alle beim Barbeque, Surfen oder Shoppen? Wir wissen es nicht…

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